Festlich ist der runderneuerte Festsaal am Montag wieder in Betrieb genommen worden. 60 Gäste und Mitarbeitende feierten den 240-Quadratmeter großen, repräsentativen Raum, der zugleich „stimmungsvoll und funktional“ sein soll, so DiaCampus-Geschäftsführerin Myriam Hartwig. Sie dankte allen Beteiligten, der Förderstiftung Stephansstift, den Kolleg:innen, vor allem den Handwerkern und Architekt:innen, die ihn im ambitionierten Zeitplan innerhalb von vier Monaten komplett entkernt und wieder neu aufgebaut hatten. Alle Beteiligten lobten die gute Zusammenarbeit.
„Dies ist ein Raum für Kreativität, Bildung und Reflexion, für Begegnung auf Augenhöhe, in dem man Kompetenzen lernt, die die Welt von morgen und schon von heute braucht“, so Myriam Hartwig. Die Leiterin des Zentrums für Erwachsenenbildung Inga Kugler sieht in ihm einen Raum geschaffen, „um voneinander und miteinander zu lernen“. Der Theologische Vorstand der Dachstiftung Diakonie Hans-Peter Daub meinte, die lutherische Diakonie sei nicht bekannt für ihre Feierfreudigkeit. Jesus aber habe auch einen Festsaal auf seinem Weg nach Jerusalem für das Abendmahl gemietet. So möge er auch hier selbst dabei sein, wenn im Festsaal gelernt und gefeiert werde, so Hans-Peter Daub.
Im Interview nannte Innenarchitektin Claudia Peter den Raum „stark, mit viel Potenzial durch sein Gewölbe, die Symmetrie und die sakralen Fenster“. Herausfordernd sei das Nutzungsspektrum von kleiner Gruppe bis zu fast 200 Personen über mehrere Tage gewesen. Ihre Kollegin Kerstin Weingarten fand den Stauraum und die zwei Raumbereiche – den vorderen Gewölbeteil mit gotischen Spitzfenstern und den hinteren mit nunmehr angehobener flacher Akustikdecke – herausfordernd. Architekt Mathias Büchler von der unternehmensinternen Quartiersentwicklung sah den Zeitpuffer schon „gefühlt nach zwei Wochen aufgebraucht“, war aber immer optimistisch.
Der Raum hat eine exakt geplante Akustik. Ein neues Beleuchtungskonzept ermöglicht, auf Knopfdruck unterschiedliche Lichtszenarien und Stimmungen zu erzeugen, auch mit indirektem Licht. Farbgetreue Präsentationen und Bilderschauen bei vollem Tageslicht sind möglich durch den über drei Meter breiten LED-Bildschirm. Sehr besonders ist auch der Tresen in der Eingangs-Sichtachse, der durch seine durchbrochene Rückwand die Spitzfenster zur Geltung kommen lässt. Die beiden Innenarchitektinnen wollten dem mehr als 110 Jahre alten Raum gerecht werden und zur Geltung bringen, auch durch den „eingeschobenen Tresenbereich“.
